(Dieser Beitrag ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Bernie Cornwell)
RGE: Bei uns in der Geschäftsstelle wurde gerne gefeiert. Gute Abschlüsse zum Beispiel, oder auch neue Kunden. Mit Sekt.
Manchmal liefen die Geschäfte sogar deutlich besser als erwartet. Aus Sicht der Leitung war das gar nicht so sehr beliebt, denn unsere Geschäftsstellen waren als Profitcenter organisiert. Der allgemeine Anspruch an Wachstum des Geschäfts lag pro Jahr so bei 5%. Waren es tatsächlich mehr, erhöhte das automatisch die Ansprüche an das Folgejahr.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten den Gewinn im aktuellen Jahr zu schmälern. Zum Beispiel über die Erhöhung der Kosten. Aber was tun, wenn schon die IT-Hardware erneuert ist und auch die Möbel? Genau. Sekt kaufen. Und zwar so viel, dass ein ganzer Abstellraum damit gefüllt werden konnte.
Interne Konkurrenz macht uns kostenbewusster und besser
BCO: Bei uns kam auch eine Umstellung auf Profitcenter, da die Mitarbeiter angeblich wenig Kostenbewusstsein hatten. Geschäftsstellenleiter wurden mit Prämien gelockt, wenn sie das Ergebnis ihrer Einheit verbesserten.
Die Folge war, dass manche Kunden überrascht wurden, als verschiedene Einheiten unseres Unternehmens für denselben Auftrag unterschiedliche Angebote einreichten.
Eine weitere war, dass intern angebotene Dienstleistungen oder sogar Einsätze für „fremde“ Einheiten zum Marktpreis bezahlt werden mussten. Da manche externen Anbieter kostengünstiger waren, haben sie oft den Zuschlag bekommen, denn in der Bilanz einer Einheit sah das besser aus -auch wenn das Gesamtergebnis dadurch schlechter wurde.
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