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    Das Kreuz mit den Entscheidungen

    Oft bringen mich Dinge zum Schreiben, die mir negativ auffallen. Nicht zwingend nur Ärgernisse. Häufig geht es dabei darum, dass es sich Menschen zu einfach machen. Immer wieder fällt mir beispielsweise auf, dass auf vielen Hinweistafeln die Rechtschreibung falsch ist, oder Journalisten, die ja gerade diesbezüglich geschult sein sollten, Dativ und Genetiv nicht unterscheiden können. Ich bin weder Germanist noch Sprachenreinhaltungsfetischist, aber ich bin der Ansicht, dass es nicht schadet, sich zumindest Mühe zu geben bei dem, was man tut. Das macht eigene Äusserungen und eigenes Handeln auch deutlich glaubwürdiger.

    Was mich richtig nervt, sind intellektuelle Kundgaben, die in ihrer Oberflächlichkeit genau diese Mühe vermissen lassen – und nicht immer stammen diese vom amerikanischen Präsidenten. Oft wird diskutiert, warum dessen Kernwählerschaft sich nicht komplett von ihm abwendet, zumal die versprochenen Ergebnisse nicht geliefert werden. Wie so oft entstehen sehr einfache und meist völlig unzureichende Erklärungsmuster – zum Beispiel, das seien einfach nur blöde Bauern.

    Womit ich wieder am Ausgangspunkt angelangt bin, dass es meines Erachtens zu viele Menschen gibt, die es sich zu einfach machen. Und das gilt auch für die Themen Entscheidung und Entscheidungsfindung.

    Das world wide web wimmelt (Alliteration!) nur so von Artikeln, die Tipps für den Umgang mit Entscheidungen geben. Natürlich richtige Entscheidungen. „Lerne JETZT die richtigen Entscheidungen zu treffen“ lautet einer der Aufmacher, begleitet von der Erkenntnis, dass Ziele bei Entscheidungen helfen. Andere wiederum klären uns auf, dass sie in ihrem Leben richtige und falsche Entscheidungen getroffen hätten.

    Und da beginnt der mehrfache Ärger. Schon eine kurze Recherche im selben Medium hätte den Autoren die Erkenntnis bringen können, dass Psychologie und Hirnforschung diesbezüglich zu Ergebnissen gelangt sind, die solche Slogans als völlig sinnentleert entlarven. Der geneigte Leser mag zur Einschätzung und Bewertung meiner durchaus wertenden Sichtweise die Ergebnisse von Daniel Kahnemann, David Eagleman oder aber Gerald Hüther zu Rate ziehen. Dies, weil es mir nicht primär um die Beurteilung der Korrektheit der Inhalte, sondern um die überschaubare Bemühung bei der Recherche geht.

    Zum besseren Verständnis komme ich nicht umhin, ein paar sehr vereinfachende Worte zu den Forschungsergebnissen der oben genannten zu verlieren. Im Prinzip ist es so, dass der allergrösste Teil an «Entscheidungen» völlig unbewusst getroffen wird, und und zwar auf Basis von durch unser Gehirn gefilterten Sinnenreizen. Und das ist gut so. Den Löwen hinter dem Baum als solchen zu erkennen und nicht lange darüber zu grübeln, hat sicher einigen unserer Vorfahren das Leben gerettet. D. Eagleman geht sogar so weit, aufgrund dieses Filterungsmechanismus unseres Gehirns unser bestehendes Rechtsverständnis und -system in Frage zu stellen, da zwischen «bewusst» und «unbewusst» nur schwer zu unterscheiden sei und damit auch zwischen «Schuld» und «Unschuld». Zur Ehrenrettung des Rechtssystem sei erwähnt, dass dies ein bis zwei Jahrhunderte vor diesen Forschungsergebnissen begründet wurde. Somit ist festzuhalten, dass die sogenannte permanente «freie Entscheidung» eher in die Kategorie «aufklärerischer Mythos» gehört.

    Ein weiterer Aspekt, der mir in diesem Zusammenhang auf den Senkel geht, ist die Arroganz, die hinter der Klassifizierung von sogenannten «richtigen» und «falschen» Entscheidungen steht. Einigen Lesern mag das Lothar-Matthäus- Zitat «Wäre, wäre, Fahrradkette. So ungefähr – oder wie auch immer.» bekannt sein. Gemeint war «Hätte, hätte Fahrradkette». aus der Fernsehserie «Stromberg». Der Umstand, von Lothar Matthäus verbogen worden zu sein, ändert nichts an der zugrundeliegenden Weisheit. Entscheidungen setzen per se die Auswahl zwischen Alternativen voraus. Die Kategorisierung in «richtig» und «falsch» wird anhand des Ergebnisses und immer im Rückblick vollzogen. Dabei wird automatisch angenommen, den Ausgang im Falle der Auswahl einer abweichenden Entscheidung zu kennen. Was für eine Hybris, zu glauben, man könne das Ergebnis einer nicht gewählten Alternative mit Sicherheit prognostizieren.

    Meiner Ansicht nach gibt es keine richtigen und keine falschen Entscheidungen. Wenn wir dies akzeptieren, ergeben sich neue Perspektiven und damit auch immer wieder Chancen. Im Projektmanagement und im richtigen Leben.

    Viel Spass verspricht der Ansatz von Mae West, den sie gemäss meiner Recherche auch tatsächlich gelebt haben soll: «Wann immer ich zwei Übeln gegenüberstehe, wende ich mich dem zu, dass ich noch nicht ausprobiert habe.»

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